Case studies

DFM-Checkliste vor dem Senden von CAD an einen Fertigungslieferanten

Buyer Decision Guide
Konzeptdarstellung: Fertigungsabsicht auf einem generischen CAD-Bauteil gekennzeichnet
Konzeptdarstellung. Kennzeichnen Sie kritische Flächen, Schnittstellen, Toleranzen, Oberfläche und Abnahmenachweise auf freigegebenem CAD oder Zeichnungen.

Ein 3D-Modell beschreibt die Nenngeometrie. Ein Fertiger muss dennoch wissen, welche Merkmale die Funktion bestimmen, welche Flächen kosmetisch sind, was sich ändern darf und wie das Teil abgenommen wird. Verbinden Sie vor der Anfrage das CAD mit einer knappen Fertigungsabsicht.

Produkt- und Fertigungsinformation geht über die Nenngeometrie hinaus zu Toleranzen, Oberflächenanforderungen und anderer Abnahmeabsicht. Die praktische Lehre für die Anfrage: Eine STEP-Datei allein übermittelt selten jede Einkaufs- und Abnahmeentscheidung.

Nutzen Sie diese Checkliste, um Absicht zu kennzeichnen, ohne ein ungeprüftes Verfahren zu früh vorzuschreiben.

Prioritätssystem

Wenden Sie drei Prioritäten auf jede gekennzeichnete Anforderung an:

Priorität Bedeutung Behandlung in der Anfrage
P0 — entscheidungskritisch Ein Versagen macht den Prototyp unfähig, seine Hauptfrage zu beantworten Auf Zeichnung bzw. PMI hervorheben und vor der Anfrage besprechen
P1 — funktions- oder montagekritisch Betrifft Passung, Schnittstelle, Bewegung oder die gewählte Funktion Bezug bzw. Schnittstelle und Abnahmenachweis benennen
P2 — kosmetisch oder nachrangig Beeinflusst Optik oder Vorliebe, blockiert aber nicht die Hauptentscheidung Zone, Referenz und zulässige Streuung kennzeichnen

Kennzeichnen Sie nicht alles als P0. Ist jedes Maß kritisch, sieht der Lieferant nicht, wo technische Aufmerksamkeit am meisten zählt.

1. Dateien und Revision

  • [ ] Natives oder neutrales 3D-CAD, geeignet für die geforderte Prüfung;
  • [ ] bemaßte 2D-Zeichnung oder PMI für die Fertigungsabsicht;
  • [ ] Revisions-ID und Datum auf jeder freigegebenen Datei;
  • [ ] Einheiten ausdrücklich angegeben;
  • [ ] Baugruppen-CAD und Gegenstückdaten, wo Schnittstellen zählen;
  • [ ] Spezifikationen der Zukaufteile;
  • [ ] veraltete Dateien aus dem Anfragepaket entfernt.

Geben Sie an, welche Datei gilt, wenn 3D- und 2D-Informationen kollidieren.

2. Prototypentscheidung und Stückzahl

  • [ ] Zweck Optik, Passung, Montage, Funktion oder Prüfung;
  • [ ] Entscheidung, die der Prototyp stützen muss;
  • [ ] Stückzahl für diese Revision;
  • [ ] wahrscheinliche Folgestückzahl, klar von der aktuellen Bestellung getrennt;
  • [ ] Zielnachweis und Prüftermin;
  • [ ] ausgeschlossene Funktionen oder Tests.

Stückzahl und Stückrate können die Verfahrensplanung beeinflussen; verlangen Sie aber nicht, dass der Lieferant künftiges Volumen annimmt.

3. Kritische Flächen und Geometrie

Direkt auf Zeichnung, Screenshot oder PMI-Ansicht kennzeichnen:

  • Bezugs- oder Referenzsystem;
  • Passungs- und Dichtflächen;
  • formkritische Freiformflächen;
  • Bohrungen, Gewinde, Schlitze und Zentriermerkmale;
  • dünne Wände, tiefe Taschen oder unzugängliche Bereiche;
  • scharfe Innenkanten, die funktional oder nur CAD-Nennwert sein können;
  • feine wiederkehrende Merkmale und Texturzonen;
  • Nicht-Berühr- oder Nicht-Markier-Bereiche;
  • Bereiche, in denen Bearbeitungsspuren zulässig sind oder nicht.

Trennen Sie bei Freiformbauteilen Nennform, Welligkeit/Textur und kosmetisches Erscheinungsbild. Ein spiegelndes Foto quantifiziert weder Oberflächenform noch Oberflächengüte.

4. Schnittstellen und Montage

  • [ ] Gegenstückrevisionen enthalten;
  • [ ] Passungstyp oder beabsichtigte Bewegung beschrieben;
  • [ ] Spalt-, Bündigkeits- oder Freiraumanforderung gekennzeichnet;
  • [ ] Spezifikationen für Stecker, Befestiger und Einsätze enthalten;
  • [ ] Werkzeugzugang und Montagerichtung berücksichtigt;
  • [ ] Kabel-, Schlauch- oder Bauteilraum geliefert;
  • [ ] Montagereihenfolge oder Explosionsdarstellung enthalten;
  • [ ] Klebe-, Dicht- oder Fügeanforderung nur bei Kenntnis benannt.

Ein Einzelteil kann fertigbar sein und in der Montage dennoch scheitern, weil die Schnittstellenabsicht fehlte.

5. Toleranzen

  • [ ] Allgemeintoleranz benannt, wo angemessen;
  • [ ] kritische von unkritischen Maßen getrennt;
  • [ ] Bezüge stimmen mit Funktion und Prüfung überein;
  • [ ] einseitige/zweiseitige Grenzen sind klar;
  • [ ] Passungsanforderungen verweisen auf Gegenstücke;
  • [ ] Form- und Lagetoleranzen wo sie Funktion besser vermitteln als Koordinatenmaße;
  • [ ] Prüfmethode oder Nachweis für P0-Merkmale angegeben;
  • [ ] keine übernommene Toleranz ist enger als die Entscheidung verlangt.

ASME Y14.5 ist eine wichtige Referenz für Bemaßung und Tolerierung, aber das bloße Setzen von GD&T-Symbolen macht das Bezugssystem nicht funktional. Die Zeichnung muss weiterhin die Konstruktionsabsicht abbilden.

6. Werkstoffabsicht

Geben Sie an:

  • erforderlicher Werkstoff oder akzeptabler Eigenschaftsbereich;
  • ob eine genaue Sorte für diese Prototypentscheidung zwingend ist;
  • Farbe, Transparenz, Leitfähigkeit, Temperatur, Festigkeit oder chemische Anforderungen, wo relevant;
  • ob ein Ersatzwerkstoff vorgeschlagen werden darf;
  • Zertifizierungs- oder Rückverfolgbarkeitsanforderung, falls wirklich nötig;
  • verbotene Stoffe oder branchenspezifische Randbedingungen.

Geht es nur um Optik, kann ein Ersatzwerkstoff zulässig sein. Hängt das Ziel vom Werkstoffverhalten ab, kann eine Substitution das Ergebnis entwerten. Machen Sie den Unterschied ausdrücklich.

7. Oberfläche und Kosmetikkriterien

  • [ ] Oberflächen- und Texturzonen kartiert;
  • [ ] Farbreferenz und Vergleichsbedingung angegeben;
  • [ ] Glanz-, Transparenz- oder Reflexionsabsicht benannt;
  • [ ] maskierte oder unbehandelte Bereiche benannt;
  • [ ] Kantenbruch- und Grat-Erwartungen benannt;
  • [ ] zulässige Bearbeitungsspuren je Zone definiert;
  • [ ] Referenzmuster benannt, wo vorhanden;
  • [ ] Kosmetik-Abnahmenachweis definiert.

Vermeiden Sie subjektive Vorgaben wie „Premium-Oberfläche“ ohne Referenz, Zone und Prüfbedingung.

8. Prüfung und Nachweis

Wählen Sie für jedes P0-/P1-Merkmal den geforderten Nachweis:

  • visuelle Aufzeichnung;
  • Maßergebnis;
  • Passungsversuch;
  • Montageprotokoll;
  • Funktionstest;
  • externer Konformitätsbericht, wo zutreffend.

Fordern Sie nicht aus Gewohnheit einen vollen Prüfbericht. Fragen Sie den Nachweis, der die Entscheidung stützt, und benennen Sie, wer Methode und Abnahmeregel verantwortet.

9. Mindestangaben für die Anfrage

Firma / Kontakt:
Teile- oder Baugruppenname:
CAD- und Zeichnungsrevision:
Einheiten:
Prototypentscheidung:
Aktuelle Stückzahl:
Kritische Flächen und Schnittstellen:
P0-/P1-Merkmale:
Werkstoffabsicht und zulässige Substitutionen:
Oberflächen- und Kosmetikzonen:
Gegenstücke und Zukaufteile:
Geforderte Prüfung und Nachweise:
Ausgeschlossene Tests oder Anforderungen:
Gewünschter Prüftermin:

Fügen Sie STEP plus eine markierte PDF oder eine gleichwertige freigegebene PMI-Ansicht bei. Entfernen Sie kaufmännische oder Kundeninformationen, die für das Angebot nicht nötig sind.

Häufige Fehler in Anfragen

  1. Nur eine STEP-Datei: Nenngeometrie kommt ohne Kritikalität oder Abnahmeabsicht an.
  2. Alles eng toleriert: Kosten und Prüfaufwand steigen, während die wahren funktionalen Prioritäten verborgen bleiben.
  3. Fehlende Gegenstückdaten: Der Lieferant kann Passungs- oder Montageschnittstellen nicht beurteilen.
  4. Oberfläche mit Adjektiven beschrieben: Farbe, Glanz und Textur haben keine gemeinsame Referenz.
  5. Prototyp- und Serienanforderungen vermischt: Die aktuelle Entscheidung und künftige Annahmen werden unklar.
  6. Prüfung ohne Abnahme gefordert: Nachweise werden gesammelt, können die Entscheidung aber nicht schließen.
  7. Revisionsunklarheit: Angebot, Bau und Prüfung beziehen sich auf verschiedene Dateien.

Verbindungen zu Projektaufzeichnungen

The Lighting Mold Components Project Record can show where a buyer may need to mark freeform, reflective and fine-patterned zones, but the images do not prove material, machining route, tolerance, roughness or optical performance.

The Helical Cooling Tube Project Record can show why coil geometry, end interfaces and drawing revision should be connected in the RFQ. Its images do not prove material, joining specification, pressure, leak or flow performance.

Worauf jeder Checklistenpunkt in echter Fertigung abbildet

A checklist is only useful if each item resolves to a specific capability. The table below pairs the items that most often stall a quote with the equipment and documented accuracy that decides the answer, so the item can be closed with a number rather than an opinion.

ChecklistenpunktWas es entscheidetAnlageBelegte Kennzahl
Toleranzen (Punkt 5)Welches Verfahren das enge Merkmal brauchtMazak Variaxis i-600, Haas VF-2, Sodick AQ537L±0,005 mm gefräst, ±0,001 mm drahterodiert
Kritische Flächen und Geometrie (Punkt 3)Ob ein Fräser das Merkmal erreichtSodick AD30L Senkerodieren±0,003 mm, Kavitäten, die ein rotierendes Werkzeug nicht erreicht
Werkstoffabsicht (Punkt 6)Ob der Prototyp sich wie die Serie verhalten mussHalbzeug und Verfahrensweg je Legierung gewähltAluminium, Edelstahl 304/316, POM, PEEK verfügbar
Prüfung und Nachweis (Punkt 8)Ob die Zeichnung überhaupt messbar istZeiss Contura G2 KMG, Mitutoyo SJ-210±0,001 mm maßlich, Ra 0,005–40 μm
Oberfläche und Kosmetikkriterien (Punkt 7)Ob Glanz und Farbe spezifiziert oder angenommen sindOberfläche aufgebracht und nach Beschichtung neu gemessenBeschichten kann ein Maß verschieben; Teile werden nachgeprüft
Mindestangaben der Anfrage (Punkt 9)Ob ein Fertigungsweg vor der Preisbildung wählbar istGeprüft von 6 Ingenieuren und 4 KonstrukteurenWeg vor dem Angebot festgelegt, nicht danach

Two items on the list exist specifically to prevent rework, and both are cheap at drawing stage and expensive later. Datums that cannot be accessed for measurement become arguments rather than measurements. Cosmetic criteria that were never written down produce a rejection nobody agreed to.

Die Toleranzen, die ein Angebot tatsächlich entscheiden

Not every tolerance on a drawing costs money. The ones that do are the ones that force a process change:

  • Anything tighter than ±0.005 mm on a milled feature forces either wire EDM or a re-design. The shop’s wire EDM holds ±0.001 mm, and that operation is a separate cost line.
  • Sharp internal corners below the cutter radius force die-sinking EDM at ±0.003 mm. Increasing the corner radius is usually free.
  • A tolerance applied to every dimension costs more than the same drawing with only functional features tightened, and does not make a better part.

ISO 9001:2015, product qualification ratio above 99%. Of 50+ staff, 2 are dedicated inspectors alongside 6 engineers and 4 designers — the review that closes these items is done by people who will run the job.

Angebot anfordern

Send STEP + a marked drawing + the RFQ minimum input. ProtoManu can review the request without guessing which surfaces, interfaces and evidence matter most.

CTA: Angebot anfordern

FAQ

Is a STEP file enough for a manufacturing quote?

It may be enough for an initial geometry review, but it usually does not communicate every tolerance, cosmetic zone, interface, material condition or acceptance requirement.

Should every dimension have a tight tolerance?

No. Tolerances should follow function, assembly and the decision being tested. Separate critical characteristics from general dimensions.

What should I mark on CAD before quotation?

Mark critical surfaces, interfaces, datums, fit requirements, P0/P1 characteristics, material intent, finish zones, assembly constraints and required evidence.

Can the manufacturer choose the process?

You may invite a process recommendation when the prototype decision permits it. If a process or material is mandatory for the evidence, state why and control it in the RFQ.

Quellen

  • DFMA, Design for Manufacturing: https://www.dfma.com/design-for-manufacturing.asp
  • ASME, Y14.5 Dimensioning and Tolerancing: https://www.asme.org/codes-standards/find-codes-standards/y14-5-dimensioning-tolerancing

Schreibe einen Kommentar

Unsere Fallstudien

Ausgewählte Fallstudien